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Methoden der Organkonservierung

1. Hypotherme Lagerung (Kühlung)

Die hypotherme Lagerung ist die am häufigsten eingesetzte und älteste Methode. Das Organ wird nach der Entnahme mit einer speziellen Konservierungslösung gespült und anschließend bei etwa 4 °C gelagert. Die Kühlung verlangsamt den Zellstoffwechsel um den Faktor 10 bis 12, wodurch der Sauerstoffbedarf der Zellen drastisch sinkt.

Gängige Konservierungslösungen sind:

Sie enthalten Puffer und Antioxidantien und osmotische Substanzen, die das Anschwellen der Zellen verhindern und den Zelluntergang verzögern.

Grenze: Auch bei Kühlung läuft der Zellstoffwechsel weiter, wenn auch stark verlangsamt. Daher ist die kalte Ischämiezeit begrenzt und variiert je nach Organ.

2. Maschinelle Perfusion

Bei der Maschinelle Perfusion wird das Organ nicht passiv gelagert, sondern aktiv mit einer Lösung oder Blut durchspült. Diese Technik ahmt den natürlichen Blutkreislauf nach und ermöglicht eine deutlich längere Konservierung.

3. Kryokonservierung

Die Kryokonservierung bezeichnet die Lagerung bei sehr niedrigen Temperaturen, typischerweise in flüssigem Stickstoff bei –196 °C. Dabei werden Gewebe oder Zellen mit Kryoprotektiva (z. B. Glycerol oder DMSO) versetzt, die das Entstehen zellschädigender Eiskristalle verhindern.

4. Organkultur

Bestimmte Gewebe, insbesondere die Hornhaut (Kornea) des Auges, werden in speziellen Nährlösungen bei 31–37 °C aktiv kultiviert. Diese Methode ermöglicht eine Lagerung von mehreren Tagen bis zu einer Woche und erlaubt gleichzeitig die Qualitätskontrolle vor der Transplantation.

Julian Rüth 2026/03/26 14:40