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methoden_organkonservierung

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Methoden der Organkonservierung

1. Hypotherme Lagerung (Kühlung)

Die hypotherme Lagerung ist die am häufigsten eingesetzte und älteste Methode. Das Organ wird nach der Entnahme mit einer speziellen Konservierungslösung gespült und anschließend bei etwa 4 °C gelagert. Die Kühlung verlangsamt den Zellstoffwechsel um den Faktor 10 bis 12, wodurch der Sauerstoffbedarf der Zellen drastisch sinkt.

Gängige Konservierungslösungen sind:

  • UW-Lösung (University of Wisconsin)
  • HTK-Lösung (Histidin-Tryptophan-Ketoglutarat)
  • Celsior-Lösung

Sie enthalten Puffer und Antioxidantien und osmotische Substanzen, die das Anschwellen der Zellen verhindern und den Zelluntergang verzögern.

Grenze: Auch bei Kühlung läuft der Zellstoffwechsel weiter, wenn auch stark verlangsamt. Daher ist die kalte Ischämiezeit begrenzt und variiert je nach Organ.

2. Maschinelle Perfusion

Bei der maschinellen Perfusion wird das Organ nicht passiv gelagert, sondern aktiv mit einer Lösung oder Blut durchspült. Diese Technik ahmt den natürlichen Blutkreislauf nach und ermöglicht eine deutlich längere Konservierung.

a) Hypotherme maschinelle Perfusion (HMP)

Das Organ wird bei 4–10 °C kontinuierlich durchspült. Besonders bei Nieren ist diese Methode weit verbreitet und zeigt bessere Langzeitergebnisse als die statische Kühlung.

b) Normotherme maschinelle Perfusion (NMP)

Bei der normothermen Perfusion wird das Organ bei Körpertemperatur (37 °C) mit oxygeniertem Blut durchspült. Dies ermöglicht eine Beurteilung der Organfunktion noch vor der Transplantation – das Organ wird außerhalb des Körpers am Leben erhalten.

3. Kryokonservierung

Die Kryokonservierung bezeichnet die Lagerung bei sehr niedrigen Temperaturen, typischerweise in flüssigem Stickstoff bei –196 °C. Dabei werden Gewebe oder Zellen mit Kryoprotektiva (z. B. Glycerol oder DMSO) versetzt, die das Entstehen zellschädigender Eiskristalle verhindern.

Diese Methode eignet sich vor allem für:

  • Knochen
  • Haut
  • Herzklappen
  • Blutgefäße
  • Keimzellen und Stammzellen

Kryokonservierte Gewebe können über Jahre oder sogar Jahrzehnte gelagert werden. Für solide Organe (Herz, Leber, Niere usw.) ist die Kryokonservierung bislang nicht klinisch anwendbar, da die komplexen Zellverbände die Prozedur nicht unbeschadet überstehen.

4. Organkultur

Bestimmte Gewebe, insbesondere die Hornhaut (Kornea) des Auges, werden in speziellen Nährlösungen bei 31–37 °C aktiv kultiviert. Diese Methode ermöglicht eine Lagerung von mehreren Tagen bis zu einer Woche und erlaubt gleichzeitig die Qualitätskontrolle vor der Transplantation.

methoden_organkonservierung.1774531805.txt.gz · Zuletzt geändert: von Julian Rüth