{"id":1167,"date":"2020-12-04T00:05:00","date_gmt":"2020-12-03T23:05:00","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.178.120\/wordpress\/?p=1167"},"modified":"2020-12-05T00:13:47","modified_gmt":"2020-12-04T23:13:47","slug":"augen-fuer-das-unsichtbare","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/metzger-obermeier.de\/wordpress\/augen-fuer-das-unsichtbare\/","title":{"rendered":"Augen f\u00fcr das Unsichtbare"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-color has-background has-drop-cap has-dark-gray-color has-beige-background-color\">Es war einmal ein Mann,\nder hatte eine wunderbare Rinderherde. Alle Tiere trugen ein schwarz-wei\u00dfes\nFell, das geheimnisvoll war wie die Nacht. Der Mann liebte seine K\u00fche und\nf\u00fchrte sie immer auf die besten Weiden. Wenn er abends die K\u00fche beobachtete,\nwie sie zufrieden waren und wiederk\u00e4uten, dachte er: morgen fr\u00fch werden sie\nviel Milch geben. Eines Morgens jedoch, als er seine K\u00fche melken wollte, waren\ndie Euter schlaff und leer. Er glaubte, es habe an Futter gefehlt, und f\u00fchrte\nseine Herde am n\u00e4chsten Tag auf saftigen Weidegrund. Er sah, wie sie sich satt\nfra\u00dfen und zufrieden waren, aber am n\u00e4chsten Morgen hingen die Euter wieder\nschlaff und leer. Da trieb er die K\u00fche wiederum auf eine neue Weide, doch auch\ndiesmal gaben sie keine Milch. Jetzt legte er sich auf die Lauer und\nbeobachtete das Vieh. Und als um Mitternacht der Mond wei\u00df am Himmel stand, sah\ner, wie sich eine Strickleiter von den Sternen heruntersenkte. Auf ihr\nschwebten sanft und weich junge Frauen aus dem Himmelsvolk herab. Sie waren\nsch\u00f6n und fr\u00f6hlich, lachten einander leise zu und gingen zu den K\u00fchen, um sie\nzu melken. Da sprang er auf und wollte sie fangen, aber sie stoben auseinander\nund flohen zum Himmel hinauf. Es gelang ihm aber, eine von ihnen festzuhalten,\ndie allersch\u00f6nste. Er behielt sie bei sich und machte sie zu seiner Frau. T\u00e4glich\nging nun seine neue Frau auf die Felder und arbeitete f\u00fcr ihn, w\u00e4hrend er sein\nVieh h\u00fctete. Sie waren gl\u00fccklich und die gemeinsame Arbeit machte sie reich. Eines\naber qu\u00e4lte ihn: Als er seine Frau eingefangen hatte, trug sie einen Korb bei\nsich. Niemals darfst du da hineinschauen, hatte sie gesagt. Wenn du es dennoch tust,\nwird uns beide gro\u00dfes Ungl\u00fcck treffen. Nach einiger Zeit verga\u00df der Mann sein\nVersprechen. Als er einmal allein im Hause war, sah er den Korb im Dunkeln\nstehen, zog das Tuch davon und brach in lautes Lachen aus. Als seine Frau\nheimkehrte, wusste sie sofort, was geschehen war. Sie schaute ihn an und sagte\nweinend: Du hast in den Korb geschaut! Der Mann aber lachte nur und sagte: Du\ndummes, dummes Weib, was soll das Geheimnis um diesen Korb? Da ist ja gar\nnichts drin! Aber noch w\u00e4hrend er dies sagte, wendete sie sich von ihm ab, ging\nin den Sonnenuntergang und wurde auf Erden nie wieder gesehen. Und wisst ihr,\nwarum sie wegging? Nicht, weil der Mann sein Versprechen gebrochen hatte. Sie\nging, weil er die sch\u00f6nen Sachen, die sie vom Himmel f\u00fcr beide mitgebracht\nhatte, nicht sehen konnte und dar\u00fcber sogar noch lachte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background has-beige-background-color\">Was h\u00e4tte der Mann denn wohl in dem Korb entdecken k\u00f6nnen? &#8211; Liebe,\nFreundschaft, Wertsch\u00e4tzung, Dankbarkeit,&nbsp;\nMitgef\u00fchl, Verst\u00e4ndnis, &#8230; alles unsichtbare Sch\u00e4tze, die jeder von uns\nbei sich tr\u00e4gt. Unsichtbar &#8211; doch lebensnotwendig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background has-beige-background-color\">Nur\nsehen wir sie eben meist nicht. Nicht bei uns selbst und auch nicht beim\nanderen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-dark-gray-color has-beige-background-color\">Lasst\nuns heute doch mal K\u00f6rbe \u00f6ffnen und genau hinsehen \u2013 vielleicht kommt dabei der\nein oder andere ungeahnte Schatz zum Vorschein!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war einmal ein Mann, der hatte eine wunderbare Rinderherde. Alle Tiere trugen ein schwarz-wei\u00dfes Fell, das geheimnisvoll war wie die Nacht. Der Mann liebte seine K\u00fche und f\u00fchrte sie immer auf die besten Weiden. 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